Chaos Computer Club Zürich
Chaosdock 2007 Bericht
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Inhaltsverzeichnis

Freitag, 11.05.2007 - grober Aufbau

Am 11.05.2007 (siehe für Genaures den Artikel) finden sich einige Mitglieder des CCCZH, um den Veranstaltungsbereich des DOCK18 auf das Chaosdock 2007 vorzubereiten.

Samstag, 12.05.2007 - Tag 1

Vorträge bis zum Abendessen, erste Kontakte

Vor der programmatischen Veranstaltung um 10:00 finden sich einige Mitglieder des CCCZH zusammen, um CCC-relevantes Material aufzuhängen, Kleber aufzulegen oder z.B. die Essensliste sowie die Eintrittskasse bereitzustellen. Diese steht dann übrigens in offenem Vertrauensverhältnis zu den Teilnehmenden der Veranstaltung für die Zeit des Chaosdock 2007 auf einem Tisch gleich beim Eingang und verschwindet erfreulicherweise nie.

Das anfangs noch leere Dock18

Der erste Vortrag über VHDL fällt aus, weil der Vorzutragende fabio seine Folien nicht ganz fertiggestellt hat. Dafür unterhalten wir uns über z.B. informationspolitische Themen und der Erfahrungsaustausch beginnt. Es gibt Diskussionsrunden über z.B. die UHR.

In der Zeitspanne sind auch schonmal neue Gesichter zu erblicken, wenn auch die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden Vereinsmitglieder sind oder Leute von anderen Chaostreffs, die sich bereits kennen.

Mehr oder weniger im Zeitplan gen 15:00 beginnt der Vortrag von Wildprovider über die Sofatrips-"Reiseagentur" und ihren Trips in die Informationslandschaft hinaus. So wird z.B. der Reiseweg eines E-Mails verfolgt und Kabel, ISPs und Serverzentren, z.B. das LayerOne von Init7, in dem Zusammenhang besucht. Es werden andere Projekte auf der Präsenz der Reiseagentur random() aufgegriffen und kurz vorgestellt. Als amüsant erweist sich der Bericht eines Strickkurses, der auf die Reise zum CERN in einem Bus zum kollektiven Stricken führt. Die zusammengeführten Strickereien wurden am Ende der Reise dem CERN am "Internet Exchange Point" übergeben und die Hoffnung besteht weiterhin, dass das "Konglomerat" schliesslich Tim Berners-Lee erreicht - als Dankeschön für den Anstoss zur Entwicklung des und als Objekt sinnbildlich stehend fürs Web. Der Vortragende Mario gibt zuletzt einen Ausblick auf weitere geplante Reisen, wie z.B. dem später in diesem Jahr zu erfolgenden Besuch des Onyx, der Funk-Überwachungsanlage, welche seine Finanzierung im schweizerischen Parlament als "Mehrzweckgebäude" erhalten hat. Nebst dem zumindest angenäherten physischen Besuch der Anlage sollen die Teilnehmenden mit Hintergrundinfos, sofern vorhanden, ausgestattet werden. Der Vortrag schliesst mit der Betonung des primär kostendeckenden Charakters dieser Reiseagentur und lädt die Zuhörenden des Vortrags dann auch ein selber an Sofatrips mitzumachen, als Reisende oder auch Organisatoren.

Noch vor dem Abendessen kommt es zum Vortrag über die Middleware OpenMQ, die als FOSS-Projekt gestartet wurde und eine Alternative zu den MQSeries von IBM werden soll. Der Vortrag vermittelt auch die Grundlagen zu Middleware und zeigt einige der verwendeten QT4-Funktionen auf, womit auch Kritik ensteht. Weil die QT-Bibliotheken nicht eben als sehr ressourcenschonend und schnell bekannt sind. Zumindest ist damit aber die Plattformunabhängigkeit leichter zu realisieren, ob das verwendete Betriebssystem jetzt (annäherungsweise) POSIX-kompatibel ist oder nur angibt es zu sein ;).

Abendessen

Über 10 Leute entscheiden sich für ein Abendessen, das vornehmlich von den anwesenden Frauen der SheGeeks (ein Dank hiermit an diese Gruppierung) erstellt wird, doch sind an den einfacheren Fliessbandarbeiten (Tomatenzerlegung o.ä.) auch Geeks männlichen Geschlechts beteiligt. Dabei handelt sich um einen vegetarischen Teller, was einigen der Anwesenden zu wenig Substanz bietet. Somit gibts eine fleischzugeneigte Minderheit, die auswärts isst. Insgesamt aber gelingt es die Teilnehmenden an diesem ersten Tag des Chaosdocks für länger an einen Tisch zu zerren und viel zu diskutieren.

Eigenartige Diskussionsthemen kommen dabei auf, wie der folgende Abschnitt aufzeigt, der als einziger Textschnippsel direkt aus dem Chaosdock 2007 entsteht. Über die Zurechnungsfähigkeit der beteiligten Personen ist nichts bekannt; als Randbemerkung kann allerdings erwähnt werden, dass zumindest Bierkonsum unter den Teilnehmenden nicht unüblich war:

Zwischenbericht: Beim Essen (telmich)

Es geht um das Thema Viagra. Person_V weiss nicht, wie sie von innen ausschaut. Person_T beschwert sich darueber, dass sie nicht in den USB-Anschluss passt. Woraufhin gefragt wird, warum USB. Es wird eingeworfen, ob er denn da USB habe. Woraufhin die Antwort kommt, dass er doch mal seinen Laptop holen koennen und es zeigen.

Abendlicher Vortrag

Vereinsmitglied Feuermurmel führt mit seinem Vortrag über DRM in die v.a. technischen Aspekten der digitalen Zugriffskontrollsysteme ein. So erlaubt er sich weit vorne bei den Bestrebungen der digitalen Medienindustrie technische Barrieren aufzubauen zu beginnen, welche die totale Informationsfreiheit verhindern sollen. So hat z.B. Nintendo durch ein Authentifzierungsverfahren zwischen Cartridge und Konsole dafür gesorgt, dass nur originale Spiele auf den Geräten funktionieren, womit im Fokus von Nintendo ein Kopierschutz realisiert werden sollte; dies solange Tüftler nicht begonnen haben z.B. beim SNES kopierte Cartridges über eine originale Cartridge zu schleusen, wobei letztere die Authentifizierung zur Konsole sichergestellt und erstere das Spiel vermittelt hat. Auch diverse CD-Kopierschütze kommen zur Sprache, wobei zu oft der CDDA-Standard verletzt wurde, womit solche Audio-CDs objektiv betrachtet schon gar keine Musik-CDs mehr sind. Der Vortrag lebt in ständiger Wechselwirkung mit dem Publikum, wobei der Vortragende sich auch gerne ergänzen lässt. Zwischenzeitlich hat der Vortrag damit den Charakter einer geleiteten Diskussionsrunde. Noch bevor eine Grundsatzdiskussion vom Zaun bricht über das Recht von Medienschaffenden unverhältnismässig mehr zu verdienen als andere, wobei unbekannte Künstler - gerade bei der Musik - das Pushing seitens der Plattenlabels nicht geniessen, führt Feuermurmel auch in die Funktionsweise von FairPlay von Apple ein und betont die eigentlich abweisende Haltung der Firma zu DRM oder wie die Medienlobby es neu nennen möchte: DRE (= Digital Rights Enforcement) - wohl um die DRM-Debatte zu stören.

Filmvorführung: CH7

Der Spielfilm CH7, als erster unter einer CC-Lizenz freigegebenen Films - sogar schweizerischen Ursprungs, wird als abschliessender Programmpunkt vorgeführt und erweist sich als humoristisch wertvoll. Ebenfalls wird dem Spielfilm positiv abgewonnen, dass er relativ schonungslos über die Macht der Medien herfällt, insbesondere von TV-Stationen und wie diese sich auf eigentlich belanglose Themen stürzen, die kaum gesellschaftliche Relevanz haben - oder wen interessieren Einzelschicksale von Katzen? Natürlich hat der Film im Vergleich zu teureren deutschen Produktionen oder gar Hollywood-Blockbustern Schwächen, sei dies in der Kameraführung oder auch in schauspielerischer Hinsicht. Inhaltlich ist der Film aber anstossend - und eben lustig.

Chaoten beim Film schauen

Teilnehmerschschaft

Es werden zwischen 15 und 20 verschiedene Wesen gesichtet, die meisten davon mit bekanntem Gesicht; die Kasse fürs Eintrittsgeld weist damit korrelierend einen Betrag um CHF 170.-- auf.

Sonntag, 13.05.2007 - Tag 2

Der erste Programmpunkt stellt der Geekclock Workshop (2007), der dieses Jahr von 7 Teilnehmenden wahrgenommen wird. Dabei wird auf ein einfacheres Design als beim Geekclock Workshop (2006) gesetzt. Dennoch dauert es rund 4h bis die erste Uhr fertiggestellt ist, die dann auch funktioniert. Die 2. folgt Minuten später und nach etwa 5h sind 6 von 7 Uhren erstellt und funktionstüchtig, womit der Workshop von Andreas und Adi, die ihn geleitet haben, als Erfolg gewertet wird. Es wird sich in der Folge überlegt diesen auch im KuZeB, anlässlich der Cosin 2007, aufzubringen.

Hernani versucht zu loeten
Silicium bastelt an seinem C64 Synthesizer

Parallel dazu beginnt der Vortrag über die Videoüberwachung, wobei Vortragender telmich die zunehmende Videoüberwachung anprangert und darstellt, dass diese ausser eines subjektiven Sicherheitsgewinns für einen grossen Teil der Bevölkerung eigentlich nichts bringt.

Teilweise noch parallel zum Geekclock-Workshop beginnt dann der letzte Vortrag (Netfilter clusterip im Einsatz als Firewall-Cluster), ein Projekt, das an der Hochschule Rapperswil entsteht - im Auftrag der ETHZ, an dem der Vortragende und Mitglied des CCCZH Fabian mitwirkt.

Leider ist zu der Zeit die Teilnehmerzahl bereits merklich geringer im Vergleich zum Vortag. Es sind etwas über 10 Leute im Raum präsent und nicht ganz alle davon haben den Vorträgen gelauscht.

Hacker Jeopardy

Silicium beginnt gegen 16:00 eine Hacker Jeopardy, angelehnt an dem bekannten Spiel, das alljährlich am Kongress stattfindet, zu leiten. Als Preise werden Shirts mit dem Hackerlogo von ESR (Glider) angeboten, die der CCCZH ansonsten zum illuminierten Preis von CHF 23.-- verkauft.

Vier Spiele werden durchgeführt, wobei die ersten drei der Bestimmung von Finalisten dienen. Bei den ersten drei Runden treten je zwei Köpfe gegeneinander an, aus welchem je ein Sieger, insgesamt also drei, hervorgehen.

Jedes Spiel besteht aus vier 4 Fragenkategorien, wobei jede Kategorie 4 Fragen aufweist zu 50, 100, 200 und 500 Punkten, möglich ist damit einem Kandidaten 0 bis 4*(50+100+200+500) oder 3400 Punkte zu erreichen.

Auf eine Frage, bei der Spielausführung auch teilweise Antwort des Moderators müssen die Kandidaten mit einer Gegenfrage ihr Wissen/Glück unter Beweis stellen. Ist der Beitrag des Kandidaten nicht als Frage formuliert, so gilt er als ungültig.

Die Darstellung des Spiels über den Beamer ist aber, wie so oft im Ernstfall, von wenig Nutzen, weil das vorbereitete Spielfeld irgendwie funktionsuntüchtig ist. So muss das Publikum sein Gedächtnis einsetzen und Protokolle anfertigen, damit die Spielrunden mit rechten Dingen zu und her gehen.

Silicium erlaubt sich die Kandidaten willkürlich aus dem Publikum auszuwählen, wobei er sich einige Kritik gefallen lassen muss, weil die Regeln den Teilnehmenden nie so ganz klar sind. So rufen die Kandidaten in den ersten Spielrunden einfach so schnell wie möglich ihre Frage ins Publikum während in den späteren Runden zuerst aufgestreckt werden muss, wobei dann neue Kritik darüber entfacht wird, wer mit der Hand zuerst "oben" war. Man wird sich bereits hier einig, dass nächstes Mal Schaltflächen, wie am Kongress auch, zum Einsatz kommen und die genauen Regeln des Spiels klar kommuniziert werden müssen.

In den Finalrunden boykottieren zwei der Finalisten, fabio und Andreas, das Spiel, weil sie sich hintergangen fühlen bzw. Silicium Punkte aberkennt - und Adi gewinnt ohne viel Punkte das Gesamtspiel.

Zu keinem Zeitpunkt wird das Spiel aber ernst genommen und immer dominiert das Gelächter. Das Ganze gilt als Feldversuch und wird für ein nächstes Mal anders aufgegleist werden müssen.

Das sich leerende Dock18

Abendessen und Abbau

Das Abendessen für das sich nunmehr unter 10 Leute eingetragen haben, wird ab 18:00 aufgenommen, wobei anders als am Samstag-Abend der gemeinschaftliche Aspekt eher wegbleibt. Kurz darauf verlassen auch die ersten Leute die Veranstaltung und die Ausstrahlung des Films "1984", den die meisten des verbleibenden halben Dutzends kennen oder nicht mehr sehen möchten, bleibt damit aus. Lieber wird nochmals viel diskutiert und es wird sich vorgenommen mit den Planungen zum Chaosdock 2008 deutlich früher zu beginnen und Werbung auch da zu machen, wo nicht nur Chaoten mitlesen, um die Teilnehmerschaft zu erhöhen.

Ansonsten wird bereits über die Cosin 2007 nachgedacht und die Chaosdock 2007-Veranstaltung physisch aufgelöst, nicht nur symbolisch, sondern weil auch die 23 Uhr nahen. Eine Diskussionsrunde unter dem verbliebenen halben Dutzend rundet die Sache ab und es entsteht dabei z.B. die Idee das Vereinsleben mittels einer Chaotischen Brötelsession weiter zu beleben, wobei im Computerbereich nur das Computerthema ohne (physischen) Computer erlaubt ist. D.h. es soll diskutiert werden und nicht wie an vielen Chaostreffs das Hacken auf dem Laptop, nun damit in der freien Natur, vorkommen. Auch wird damit die Gefahr ausgeschaltet, dass bei der ganzen Hyperventylation und derlei Computer im offenen Feuer landen, was bei aller Freiheit im Kanton Zürich Feuer zu legen nun doch das Gefahrenpotenzial, dass nebst Baumstämmen auch ganze Chaosstämme ausgelöscht würden, deutlich erhöhte.

Montag, 15.05.2007 - Restabbau

Der Vorstand des CCCZH trifft sich am Montag morgen, um die gemieteten Bänke und Tische zu Intercomestibles zurückzubringen und den Abbau der Chaosdock 2007-Veranstaltung zu vervollständigen.

Bilder

(Hier Links zu Gallerys Einfuegen, oder so...)

Von „http://chaostreff-zh.tuners.ch/Chaosdock_2007_Bericht

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