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Grund zum Treff
Dieses Treff kommt zustande, weil das DOCK18 einen Export von Mensch und Aktivitäten ins plug.in, einer ähnlichen Plattform in Basel, ausmacht.
Programm des Treffs
Programmatisch schaut die Sache gemäss Mario von Wildprovider wie folgt aus:
- 19.00 Chaostreff Zürich/Basel
- 20.00 Dock18 Präsentation --> Mario, Patric
- 20.20 Sofatrips Präsentation --> Mario
- 20.40 Timorama --> Fabian
- 21.00 Geigerzähler --> SheGeeks
- 21.20 Fragen und Diskussion
- 21.40 Sonicsquirrel --> Patric
- 22.00 Netlabel Sound --> Patric
- bis ca. 23.00 anschl. Rückreise
Treffbericht
Als vierköpfiges Zürcher Chaosteam machen wir uns auf nach Basel, zusammen mit zwei Wildprovider-Menschen.
Dort angekommen stellen wir fest, dass das plug.in einiges geräumiger und aufgeräumter aussieht als das DOCK18.
An Ware, die verfügbar ist, steht das DOCK18 dem plug.in aber in nichts nach. Nur liegt sie halt anders, halt chaotisch, vor. Eher verfügen wir an Bastelmaterial einiges mehr als plug.in, zumindest soweit offensichtlich.
Das direkt (ohne übers Fenster rauszuspringen) über das Innere zugängliche WC des plug.in ist ein Pluspunkt, unsere Bar rockt aber viel eher. Da haben wir normalerwise einiges mehr an Lager, zumindest grundsätzlich, weil der aktuelle Lagerbestand auch nicht gerade rosig ist.
Inhaltlich beginnt gleich mal der Chaostreff; nur ein Basler Chaot ist anfänglich aber zugegen. Bald aber gesellen sich SheGeeks und später noch weitere zwei Leute vom Chaostreff Basel hinzu.
Wir sprechen politisch über die Urhberrechtsrevision, stellen aber auch die zwei Freifunk Zürich Geräte, die normalerweise im DOCK18 stehen, auf - zumindest zwischenzetlich aber funktionieren die nur suboptimal.
Es kommt dabei im Chaostreff-Bereich und an der Bar zu Diskussionen bezüglich der rechtlichen und sozialen Aspekten des Betriebs eines Freifunk-Netzwerks. Die übliche Verantwortungsfrage stellt sich z.B., wer also haftet, wenn rechtlich verbotene Handlungen oder Inhalte über das freie Netz verschoben werden. Zumindest deshalb ist es nicht einfach den Ottonormalbürger dazu zu bewegen sich an einem Freifunk-Projekt zu beteiligen. Auch darf technisch vom Normalbürger nicht zuviel Wissen abverlangt werden, da es diesem sonst verleidet.
Zwischenzeitlich werden wir von einem plug.in-Menschen darauf hingewiesen, dass im Januar eine Ausstellung alter Computer stattfinden wird. Die Ausstellung wird das plug.in mit nostalgischer Hardware vollfüttern. Wir werden gebeten, wenn im Besitz alter Computer, diese mitzubringen. Den Transport organisiert dabei das plug.in, wenn nötig. Der Besitzer darf dann zur Geschichte des Geräts informieren. Im Zentrum der Ausstellung steht die rasante Entwicklungsgeschichte der Computertechnik.
Ab 20:00 beginnt Wildprovider in die organisatorischen und finanziellen Aspekte des DOCK18 einzuführen und Vertreter der verschiedenen Veranstaltungspartner stellen ihre Organisationen jeweils kurz vor.
Anschliessend präsentiert Wildprovider ihre Sofatrips-Ausstellung, die im DOCK18 diverse Gegenstände der Medienkultur ausgestellt hat. Das war beispielsweise ein Kunststoff-Vulkan, der ständig rauchte (wohl mittels Stickstoff), ein Videobrille-Laptop-Set, womit sich mit Laptop im Rücken herumlaufen und sich die Realität etwas arg gefiltert betrachten liess. Ebenfalls wird das Travelling New Territories erwähnt, dass an die Sofatrips-Ausstellung gekoppelt war und Reisen z.B. ans CERN oder in Serverräume eines Providers organisiert hat. Die Reise ans CERN hat gar einen Strickkurs im Reisebus inbegriffen. Sinnbildlich stellt das Stricken für das Vernetzen - und die verschiedenen Netze, die die Teilnehmer der Reise nun angefertigt haben, sollen nun zu einem Kleidungsstück zusammengeführt werden, das dem CERN als Dank zur "Erfindung" des Internets geschenkt werden soll.
Die SheGeeks stellen sich daraufhin vor und betonen, dass man - um bei ihnen mitzumachen - weder übergeekmässig drauf sein muss noch mit GNU/Linux o.ä. aufkreuzen muss. Es steht somit allen an Computern interessierten Frauen offen. Daraufhin stellen sie ihren Geigerzähler vor, der auch hübsche grafische Ausgaben generiert.
Anorg.net stellt ihr Sonicsquirrel.net-Projekt (einer Plattform für freie Musik) vor und erwähnt, dass die meisten Musikmedien unter einer Creative Commons Lizenz stehen. Andere Musikstücke sind auch ohne spezifische Lizenz verfügbar. Aus dem Publikum wird dabei die Frage gestellt, ob es auch schon zu lizenzrechtlich-problematischen Inhalten gekommen ist. Tatsächlich ist es bereits zu Werken gekommen, die über (abgewandelte) Sequenzen restriktiv-lizenzierten Inhalts verfügt haben. Diese wurden aber von anorg.net selber rechtzeitig erkannt und entfernt.
Der Abend endet mit einer musikalischen Einlage experimenteller Musik von anorg.net. Einige gehen bereits früher.
Wir vom Zürcher Chaos schaffens im Übrigen nicht die letzte Verbindung zum Zürich HB zu nehmen, damit jeder noch in andere Gebiete der Stadt Zürich oder der Zürcher Agglomeration kommt. So begeben wir uns ins DOCK18 und überbleiben dort die Nacht.
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