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Im Vorfeld der Anreise
Wir haben am 26.12.2006 am Zürich HB abgemacht; am Abend sollen wir über eine Citynightline-Verbindung nach Berlin gelangen.
Noch bevor wir uns alle sehen, macht eine kleinere Gruppierung von Mitgliedern des Chaostreff Zürich beim Treffpunkt in der Bahnhofshalle ab, um sich den Magen voll zu schlagen. So begeben wir uns in die Konsumuntergründe des Railway-Shopville - und werden in der Nähe des Alkladens kulinarisch fündig. Wir entscheiden uns für das Restaurant Bagages pizza&pasta und schaffens gleichmal die Serviefrau in Verlegenheit zu bringen, da wir uns zu 5. an einen Tisch setzen, der nur für 4 ausgelegt scheint. Wir erklären ihr unsere Flexibilität - und alles ist gut. Wie lange aber auch? Kaum nimmt die Frau die Bestellung auf, wird sie abermals auf die Probe gestellt. Auf klare Fragen ihrereseits kommen unklare, sehr verwirrende Antworten von unserer Seite - und eine spezielle Gestalt unserer Gruppe fragt die Frau auch schonmal nach ihren C-Kenntnissen ab. Integrierend wirkt für sie höchstens, dass auch Einzelne von uns sich sehr verwirrt zeigen, selbst-induziert oder der chaotischen, verwirrenden Umgebungsphrasen wegen.
Der mit dem C-Tick kriegt auch schonmal das Essen nicht, wo die anderen ihre Speiseröhren schon bekleckert haben - die Frau entschuldigt sich und wir, ja wir nehmen das chaotisch. Standardmässiger Verlauf.
Dass die Wahl des Lokals zum Essen nahe dem Alkladen, auch bekannt unter dem Namen Drinks of the World, höchstens pseudozufälliger Natur ist, zeigt unser nächster Zug, noch vor dem eigentlichen Endzug(R) nach Berlin, unmittelbar nach dem umständlichen Bezahlen im Restaurant. Wir begeben uns in den Alkladen und besorgen uns ein Dutzend kleinerer Biere, um die Hinreise vereinfacht zu überstehen, wie wir meinen.
Örtlich synchronisieren wir uns knapp nach dem Alkkauf noch mit anderen Chaostreff Zürich-Gestalten, doch bald divergieren alle. Da geht einer in eine Papeterie, andere lassen ihr vielleicht letztes Geld mit der Pestcard aus Postomaten spucken und woanders besogt sich jemand 5 Vorhängeschlösser in einer nahegelegenen Migros - während ein anderer sich mit Bekannten zu unterhalten beginnt. Diese Vorgänge erfolgen kaum konsekutiv. Oft scheinen Leute verschwunden zu sein, doch das Chaos ordnet sich immer wieder selber. Die Vorhängeschlösser, übrigens, meinen einige, könnten noch nützlich sein fürs Heart of Gold, speziell am Tag der Rückreise, wo wir unser Gepäck im Hostel hinter den Theken abschliessen können, anstelle es an den Kongress hinzuschleppen. Geschützt ists dadurch natürlich nur schwach, wie Lockpicking-Bewanderte wissen, doch uns reicht diese Sicherheitsstufe. Und so hält bald jeder der Chaoten so ein Schloss in den Händen.
Zu 7. machen wir auf zur Bahnhofshalle, wo die anderen 5-6 Kohlenstoffeinheiten, die mit uns nach Berlin gehen, befinden werden.
Hinfahrt nach Berlin
Am Gleisanfang sehen wir sie und es stellt sich rasch heraus, dass wir vollzählig sind. Keiner analysiert die Gleise oder zückt den Schraubenzieher, um vorhandene Anzeigebildschirme von innen zu betrachten - ein Wunder!
Wir scheinen 13 zu sein, 12, die kollektiv fahren und einer alleine. V.a. sind wir vom Chaostreff Zürich, in kleinerem Anteil auch vom Chaostreff Aargau, von Doppelteilnehmerschften einmal abgesehen. Somit sinds 3 Schlafwagen und etwas Zerquetschtes, die uns nach Berlin beherbergen sollen. Kaum sind wir einquartiert, schnüffeln schon alle wie so Trüffelhunde die vorhandenen Oberflächen nach Stromdosen ab. Auf Logik wird da kaum geachtet. An den unmöglichsten Stellen wird gesucht. Anstatt gröbere Elektronenströme für unsere Lap-/Schlepptops macht sich ein Menschenstrom bald mal unterwegs Richtung Velowagen, wo wir beschliessen einen Chaostreff abzuhalten. Es dauert keine halbe Stunde und der Treff erhält den Charakter eines Sitzstreiks. Eine Frau des Zugpersonals, die uns von der letztjährigen Rückreise her bekannt vorkommt, regt sich bei einem Streifzug durch unseren Kabeldschungel äusserst auf und verlangt die sofortige Räumung des Wagens. Es sei doch nur für unsere eigene Sicherheit - und das ginge doch nicht und Hilfe und Mama u.ä. Wenn sie dieselbe Frau ist wie letztes Jahr: sie hat sich kein bisschen verbessert.
Die Frau schaut noch 2-3 Mal vorbei, doch wir verharren in unseren Sitzpositionen. Dass das Zugpersonal auch invers reagieren kann, weist uns so ein anderes Zugwesen in späterer Stunde empirisch nach. Da erscheint er einfach, mit mehr/minder breitem Grinsen drauf und bittet uns bloss etwas mehr Platz zu schaffen. Auch er kommt uns von letztem Jahr bekannt vor. Wichtig für ihn ist, dass Ein-/Aussteigende Geschöpfe, die unchaotischer Natur sind, frei verkehren können. Er findets also durchaus nett und macht sich entzückt davon. Wenn er derselbe Mann ist wie letztes Jahr: er ist konstant nett geblieben.
Was im Velowagen sich ergibt ist ein LAN, in das sich kabellos und -behaftet eingeklinkt werden kann. Somit kommt es zum Datenaustausch und kleineren Chatsessionen.
Was gemacht wurde, ist schwer zu sagen, aber möge doch eine Liste entstehen:
- Entwicklungspolitische Diskussionen
- z.B. über Entwicklungshilfe in Afrika
- über den Aufbau von Informationsinfrastrukturen
- über die Sinnlosigkeit von nur-Basismedizin/Technologie - und der Wichtigkeit vom parallelen Verfügbarmachen auch moderner Technologie, vielleicht wegen der Synergie? ;)
- z.B. über Entwicklungshilfe in Afrika
- Spielen
- typespeed
- Ernährung
- Chips
- Bier, solange Vorrat
- Softdrinks
Irgendwann fordert uns das nettere Zugwesen auf doch bitte den Platz zu räumen und stattdessen ins Bistro zu gehen. Die ersten, die das in voller Technologiemontur machen, werden gleich mal vertrieben. So verschieben wir uns dann mehr/minder alle ins Bistro, doch computerohne.
Ankunft in Berlin / 23C3, Tag 1
Irgendwann verschlägt es uns doch in die Better und Ruhe kehrt in unserem Schlafwagen ein. Das ermöglich dann scheinbar einem irgend Langfinger in der Nacht aktiv zu werden und zwei Leuten unserer chaotischen Gruppe Geld zu stehlen, jeweils sinds mehre EUR 100, die verschwinden. In beiden Schlafkammern waren die Türen nicht abgeschlossen und in einem Fall hatte der Täter leichtes Spiel, so befand sich das Portemonnaie nur leicht kaschiert in einem Paar Hosen am Boden. Im anderen Fall musste der Langfinger gröber eingreifen, hats aber auch da unbemerkt geschafft. Dreiste Sache.
Auf jeden Fall kam mit diesem Zwischenfall bereits 23C3-Feeling auf, hat der Täter doch weiter nichts als Sicherheitslücken in unseren Ruhezustandsmodi ausgenutzt. Wir werden sehen, ob der Mensch im Sinne der Hackerethik agiert hat, z.B. könnte er uns dies beweisen, indem er mit uns in Kontakt tritt und uns baldmöglichst das Geld retourniert ...
Wie auch immer; zwischen 7 und 8 treffen wir im am Berliner HB ein und gehen dann weiter zum Alexanderplatz.
Nach einem Redirect von einem DB- zu einem S-Bahn-Schalter, das uns nahe gelegt wird, um an sinnvolle Gruppentickets für die Weiterfahrt zur Haltestelle Friedrichsstrasse zu kommen, treten wir die Fahrt dahin an. In der Nähe dort befindet sich das Heart of Gold, unserem Hostel für die nächsten paar Tage.
Als erstes entrichten wir im BCC, wo der 23C3 stattfindet, die Eintrittsgelder und erhalten braune Bändchen um die Hand gewickelt; scheinbar musste dieses Jahr Geld gespart werden in der Sache, wurden in den letzten Jahren doch immer hübsch Bänder für um die Hälse verteilt ...
Als Gruppe wieder ganz beisammen (bei jedem Zwischenhalt kommt es i.d.R. zu einem allgemeinen Divergieren der Chaoselemente), begeben wir uns dann ins Heart of Gold.
Dort angelangt werden wir als "Chaos Gruppe" erkannt und wir erhalten die Möglichkeit gleichmal unsere Ware in eines der Zimmer zu deponieren. Die vom Chaostreff Basel vorgenommene Registrierung ist vollständig, wie wir mehr später als früher feststellen, da wir Schwierigkeiten haben unsere Mitglieder auf den Listen namentlich zu erkennen und zwar nicht etwa der Handschrift als mehr unserer unterentwickelten Namensgedächtnissen wegen ...
Auf jeden Fall erfahren wir die anderen für uns vorgemerkten Zimmer erst ab 14:00 beziehen zu können und gehen ohne uns besonders einzuquartieren an den Kongress.
Ab hier wirds zunehmend schwierig einen homogenen Bericht, der für die Gruppe als Ganzes mehr/weniger stimmt, zu verfassen, da es zu Splittergruppen kommt, die auch für sich immer wieder Wechsel in ihren Chaoselementen vornehmen.
Von jedem sicherlich einmal besucht, wird der schweizer Platz im Hackcenter, der durch eine gröbere schweizer Flagge auffällt. Da hats Platz für rund 10 Leute, die immer wieder von Leuten der Chaostreffs Aargau, Basel und Zürich bevölkert werden.
Zumindest ein Vortrag, der von einer gröberen Chaosdelegation der Treffs von Aargau und Zürich besucht wird, ist jener von Bernd R. Fix über die Unsicherheit der Pestcard. Dies führt dann auch zum Symlink-Artikel über die Pestcard, der unmittelbar im Anschluss darauf zur Freigabe aufgegeben wird.
Dabei verweist Bernd R. Fix, wie mit ihm abgemacht, auch auf den von uns eingetragenen Workshop am Tag 3 über die Sache, wo er im Detail über die Sicherheitslücke informieren will und der private Schlüssel der Post verteilt errechnet werden soll. Vorteilhaft an dem Termin ist, dass unmittelbar danach der Swiss Gettogether-Workshop stattfinden soll, einem Stelldichein für Schweizer oder solche, die es werden wollen, um chaotische Aktivitäten in der Schweiz voranzutreiben, so dass in dem Zeitrahmen möglichst viele Schweizer in der Workshoparea konzentriert werden sollen. Weiteres dieser konsekutiven Workshops findet sich weiter unten im Teilbericht über den Tag 3.
An dem Tag passiert sicherlich noch einiges, insbesondere in den verschiedenen Gruppen, die sich ergeben; allgemein schaffens wir ansonsten gen 14:00 noch in einer grossen Gruppe ins Heart of Gold zurück, wo jeder eine Magnetstreifenkarte erhählt, um ins Hostel ein- und auszugehen, wie's ihm passt. Aufgeteilt wird unsere 12er Gruppe der chaotischen Menschen aus dem Aargau und Zürich auf 2-3 Zimmer, wobei Einzelne noch mit anderen Leuten, auch Basler oder anderen Zürchern, zusammenkommen, die mit dem Flugzeug oder sonstwie autonom angereist sind.
Insgesamt, erfahren wir, sind an die 30 Leute der grösseren Chaostreffs (Aargau, Basel und Zürich) vom Chaostreff Basel angemeldet worden. Das wiederspiegelt in etwa die Aktivität in der Swiss-Chaos-ML.
In der ersten Nacht sind noch wenige die Seelen, die sich eine Freinacht leisten. Das aber wird sich ändern ...
23C3, Tag 2
Am 28.12.2006, am Tag 2 des Kongresses, schauen sich die meisten wohl eher Vorträge an und sozial passiert (aus der Perspektive der Schreibenden hier - soweit) nichts Besonderes(TM).
Interessante Vorträge, die von einigen der zürcher Wesen besucht werden, sind z.B. der alljährliche CCC-Jahresrückblick oder jener mit der Frage, gleich im Titel: Warum wir uns so gerne überwachen lassen… - dabei beleuchtet erster die Aktivitäten des CCC e.V. bzw. insbesondere des Vorstands, wo und weshalb der wo war; ebenfalls werden die vergangenen Veranstaltungen erwähnt, die der CCC e.V. organisiert hat, wie z.B. der alljährliche Easterhegg-Event. Auch zur Sprache und in Verbindung zum Projekt befreite-dokumente.ch des Chaostreff Zürich und Trash.net, kommt das CCC e.V-FoeBuD e.V.-Projekt befreite-dokumente.de zur Sprache. Dabei wird erwähnt, dass keine Forderungen/Klagen gegen die zwei Vereine bisher aufgekommen sind, wonach sie amtliche Dokumente, die sie einfach ins Netz gestellt haben, hätten vom Netz nehmen müssen. Dies war eines der Punkte der Unsicherheit als das Projekt lanciert wurde; vorhandene Sorgen scheinen sich soweit aber nicht bewahrheitet zu haben. Ähnlich ist das wohl auch in der Schweiz, weil davon ausgegangen werden kann, dass amtliche Dokumente von Bundesbehörden ohnehin erst rausgerückt werden, in einer elektronischen Fassung oder in Papierform, wenn keine Urheberrechsansprüche oder andere Ansprüche darauf bestehen, die eine elektronische Publikation rechtlich schwierig machen würden. Der zweitere Vortrag findet unter völlig überfüllten Verhältnissen statt und ist dazu arg theoretisch, wobei im wesentlichen das erhöhte Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei Vorhandensein von z.B. Videoüberachung als Grund dafür angegeben wird, weshalb viele Personen sich solche Einschnitte in die Freiheit vor staatlicher Kontrolle des Individuums erlauben (lassen).
Ebenfalls reger Andrang, auch unsererseits, geniesst der Vortrag Console Hacking 2006, in dem es darum geht mögliche Sicherheitslücken von Spielen oder des Authentifikationsprozesses zur Erkennung von diesen, auszunutzen, um eigenen Code ausführen zu können auf den neueren Spielkonsolen, die sind:
Sony, die mit der Trojanergeschichte ihres technischen Versuchs Urheberrechte brachial durchzusetzen und all den explodierenden Akkus in 2006 nicht gerade sehr positiv aufgefallen sind, erntet für die PS3 hier doch insofern Applaus vom Publikum als dass sie sich im Rahmen ihres Open Platform-Modells gleich selber darum kümmern GNU/Linux (und andere OSe) ohne Umwege auf der PS3 bootbar zu machen. Einige Restriktionen bestehen, so z.B. dass die Grafikfunktionalität in ihrer 3D-Beschleunigung nicht ausgenutzt werden kann - und dass nur 7 der 8 SPUs verwendet werden können, was es dann auch schon in etwa ist. Somit, sagt einer der Vortagenden, sei die Motivation für Hacker gering das Gerät erweitert nutzbar zu machen. Schritte in die Richtung, welche eine Umgehung des Supervisors nötig machen würden (eher nur durch Hardwareeingriffe zu bewerkstelligen), begünstigten mehr die wirtschatliche Kriminalität im Bereich der Spielkopiererei, was nicht Ziel von Hackern ist. Der Xbox 360 wird eine grundsätzich bessere Sicherheit bescheinigt im Vergleich zum Vorgänger, auf den ersten Blick, obwohl die Maschine noch nicht genauer untersucht wurde. Für am ehesten interessant wird aber der Wii von Nintendo angeführt, der in seinem Cube-Kompatibilitätsmodus (wobei einige Hardwarefunktionen schlichtweg abgeschaltet werden, womit keine Emulation stattfindet) das Booten von GC-Linux schonmal ohne Probleme erlaubt. Um auch die leicht-verbesserte Hardware mit einem z.B. GNU/Linux ausschöpfen zu können, muss das Authentifikationssystem von Spielen noch umgangen werden. Da sind erst Ansätze in Sicht.
23C3, Tag 3
Gen Abend tut sich in der Workshoparea einiges.
Dieser Tag, der 29.12.2006, ist für den Chaostreff Zürich ein speziellerer. Da findet am früheren Abend das Regiotreff statt - und zwei Mitglieder vom Vorstand sowie einige Mitglieder sind dabei präsent.
Nachdem die Erfakreisvertreter der bestehenden Erfakreise nach ihrer physischen Präsenz überprüft werden, erzählen diese dann auch alle über laufende Aktivitäten und über Problemen und Entwicklungen mit ihren Lokalen und Organisationsstrukturen ihrer Erfakreise.
Wir vom Chaostreff Zürich kommen dann auch gen Mitte der Runde zum Sprechen und erzählen über einige der Aktivitäten, unserem Lokal, das durchaus imponiert, Verbindungen zu den SheGeeks, was ebenfalls Eindruck schindet und über unseren Wunsch integrierter mit dem CCC e.V. zu werden.
So kommt es später in der Abstimmung zu einer Über-Einstimmigkeit (mit 17 Stimmen bei 14 Erfakreisen ;) in der Sache unserer Annahme als Erfakreis. Da müssen dann die diversen Verterter dann auch ihre "Ja"-Stimme explizit abgeben, wobei sich dann nur noch 14 "Ja"'s, ganz erwartungsgemäss, entlocken lassen.
Nach dem Regiotreff kommt es zum technisch von Bernd R. Fix geleiteten Workshop zur Pestcard, wo er nach Einführung in die technischen Details - des Datenaufbaus der Karte - einen Qsieve-Serverprozess startet, damit sich die rund 20-40 Leute daran machen können den privaten Schlüssel der PostFinance verteilt zu errechnen. Dies klappt dann aus zeitlichen und anderen technischen Gründen der Netzwerkkonfiguration nicht ganz - und Bernd verweist sodann auf einen separaten Server, der im schweizer Hackcenter-Bereich aufgezogen wird, um diese Aktion doch durchzuziehen.
Gleich anschliessend kommt es zu einem Swiss Gettogether, wo weitere potentielle schweizerische Chaoswesen identifiziert werden sollen und mögliche Aktivitäten (für die Schweiz) besprochen werden. Eher gen Schluss findet eine Vorstellungsrunde noch statt, wo einige Kontaktangaben und URLs fallen. Die Sache ist unmoderiert, chaotisch, zeitweilig schwerfällig - und dennoch oder deshalb ergiebig.
23C3, Tag 4 / Rückfahrt nach Zürich
Der Tag 4 wird von einigen zürcher Wesen in einer Freinacht erreicht und erhalten. Dabei kommt es vereinzelt zu grösserem Koffeinkonsum, auch schonmal in Tablettenform, um den Wachzustand überhaupt erhalten zu können. So hat die Kommunikation zwischen den Chaoswesen aus mancher allzu koffeinbenebelter Sicht schonmal einen surrealen Anschein, wenn auch alles schön real ist.
In der vorangehenden Nacht wird sich im Heart of Gold zwischen Baslern und Zürcher noch rege ausgetauscht; die Gesprächsthemen sind vielfältig und gehen von der Erfakreiswerdung des Chaostreff Zürich, am Tag zuvor mit Segen vom Regiotreff in Sicht, über die Pestcard - und dem Vorgehen in der Sache bis zu weiteren Veranstaltungsideen chaotischer Art in Zürich oder der Schweiz generell. Ebenfalls wird über Massnahmen diskutiert, speziell zwischen Zürchern, wie der Chaostreff Zürich anziehender gestaltet werden kann. Die schonmal vorhandene Idee von Vorträgen, die z.B. ab 20:00 für einige Minuten bis zu einer Stunde o.ä. geführt werden könnten, kommt nochmals hoch. Das Problem hier ist die der Initiative, dass Leute dies auch machen. Immer dieselben wollen nicht Vorträge halten müssen und eine Arbeitsgruppe, an der Vereinsversammlung vom 08.07.2006 entstanden und dafür zuständig Vortragende auch von ausserhalb Zürichs einzuladen, ist bis dato nicht (erfolgreich) aktiv geworden.
Dass die WM 2006 in Deutschland stattgefunden hat, zeigt sich im späteren Vortagsprogramm mit dem Vortrag Fnord Jahresrückblick, wo zuletzt die fiktiven 1984er Staatenbünde Ozeanien und Eurasien gegeneinander antreten. Es geht darum der überall drohenden Gefahrenhysterie des Terrorismus in Form von Fussballtoren Ausdruck zu verleihen. Dabei scheinen einige Politiker Gefahren eher als andere Personen zu erkennen und überall terroristische Gefahr zu wittern, immer mehr Gesetze eingeführt werden, die auf einen (illusorischen?) Schutz der Bevölkerung abzielen (sollen). Diese Gesetze hebeln teilweise frappant Grundrechte aus. Anders als bei einem üblichen Fussballspiel führen die verschiedenen Staaten unserer Welt, ob hierseits oder jenseits (über den grossen Teich gesehen), Gesetze in diese Richtung wie im Schlagabtausch ein. In Form von Toren macht das auch dann schonmal Eindruck, wenn dann beide Mannschaften mit weit über zehn Toren über die (am Vortrag in Kürze natürlich) abgebildete Zeitspanne eines Jahres (2006) auffallen, was auf jeder Seite mehr als 10 gröberen Verstössen gegen Grundrechte gleichkommt.
Es werden noch andere Vorträge, zuvor und danach angeschaut, die hier früher/später erwähnt werden mögen. Eher aber im Fokus liegt nach dem Fnord-Vortrag aber die Heimreise. Als Treffpunkt wird der Ein-/Ausgang von den meisten Wesen der Hinreise wahrgenommen; einige wenige erscheinen später direkt am Berliner HB.
Total erschöpft begeben sich die einen, kaum im Zug, schnurgerade in die Better unserer Schlafwagen nach Zürich. Andere finden sich in der Zugbar zusammen und tauschen sich weiter aus, bis teils später in die Nacht.
Ankunft in Zürich
Ein nur noch morgentlicher Abschnitt ist da wichtig. Ja, da wachen wir auf. Einige steigen bereits in Baden aus; eine gröbere Menschenmenge aber geht weiter bis zum Zürich HB.
Diesmal wurde uns nichts entnommen, dafür sind wir benommen von den Strapazen der letzten Tage und vom Bier, das am Abend zuvor und teils in der Nacht noch geflossen ist. Die generelle Müdigkeit zeichnet schlaffe Gesichter und macht uns wenig kommunikativ.
Ohne grosses Zeremoniell divergieren wir dann auch alle.
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